Die groĂźe Brennnessel

Um sie ranken sich Märchen, Mythen und Sagen. Sie schmerzt, lindert, heilt, schmeckt, hilft,… – und sie polarisiert. Sie ist Arzneipflanze, Lebensmittel, Schönheitselixier, Liebesdroge, Faserpflanze, Garn, Futtermittel, Pflanzenschutz und ArtenbeschĂĽtzer. Sie begleitet uns ein Leben lang. GroĂźe Geister frĂĽherer als auch jĂĽngerer Zeit wĂĽrdigen sie in ihren Werken und Taten.

Im Altertum waren es Ovid, Horaz, Phanias und Catull, die die Eigenschaften der Brennnessel priesen. Später kamen große Persönlichkeiten wie Hildegard von Bingen, Paracelsus, Sebastian Kneipp, der Anthroposoph Rudolf Steiner und Maria Treben hinzu. Albrecht Dürer malte sie in der Hand eines Engels. Der Wert dieses heimischen Wildkrautes ist umfassend und perfekt, wie alles in unserer Schöpfung.

Ihren Ursprung hat die große wie auch die kleine Brennnessel in Zentraleuropa. Da sie sehr anspruchslos ist, hat sie sich mittlerweile bis nach Asien und Nordamerika verbreitet. In wärmeren Regionen, wie beispielsweise in Südeuropa, ist sie dagegen nur sehr selten anzutreffen. Ist sie auch grundsätzlich anspruchslos, so wächst die große Brennnessel doch am liebsten auf feuchten, nährstoffreichen Böden, wie beispielsweise in Wäldern und auf Wiesen.

Wir bei der Wellnessel verarbeiten ausnahmslos die große Brennnessel (Urtica dioica L.). Von sämtlichen Heilaussagen müssen wir als Manufaktur aus rechtlichen Gründen Abstand nehmen. Und das tun wir. Was wir aber sagen dürfen, ist, dass die große Brennnessel offiziell von der Kommission E und ESCOP als Arzneipflanze anerkannt ist. Die Kommission E ist eine Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). In immer mehr Büchern und auf zahllosen Websites wird über die sogenannte „Königin der Heilpflanzen“ berichtet.

Heimische Superfoods

Den Begriff Superfood hat jeder schon einmal gehört und denkt dabei unweigerlich an Goji, Moringa oder Chia und deren weit entfernte Anbauländer – China, Indien und Mexiko. Doch ganz so weit muss die Reise gar nicht gehen. Denn die in Europa zahlreich vorkommenden grünen Blattgemüse zählen zu den besten Superfoods weltweit. Und an erster Stelle stehen da unsere Wildkräuter, wie beispielsweise die Brennnessel oder der Löwenzahn. Diese beiden sowie Ackerschachtelhalm, Birke und Hagebutte findet Ihr in unserem Shop.

Und es gibt so viele weitere tolle Superfoods, zum Beispiel Spitzwegerich (hilft bei Brennnesselstichen), Rauke (Rucola) oder Brokkoli.

Heimisches Superfood Nummer 1 ist für viele die Brennnessel. Und das aus gutem Grund! Denn nicht nur die Inhaltsstoffe machen sie zum Helden unter den Wildkräutern. Alle Teile der Pflanze lassen sich verwerten, es bleibt nichts zurück. Und gerade die ganzheitliche Verwertung von Rohstoffen ist in Zeiten der unverhältnismäßigen Überproduktion wichtig. Des Weiteren ist die Brennnessel eine überaus anspruchslose Pflanze; sie wächst nahezu überall und unterstützt dabei auch noch die umliegenden Pflanzen, bspw. in Form von Ertragssteigerung. Und was viele Menschen nicht wissen: Sie reichert Böden mit Mineralstoffen an – daran sollte man vielleicht denken, bevor man den nächsten Vernichtungszug durch den heimischen Garten startet.

Wenn dieses Superfood schon vor der eigenen Haustür wächst, da liegt es natürlich nahe, dass wir es auch selbst ernten und verarbeiten. Nicht immer lässt sich jedoch jeder Pflanzenteil verwerten. Und auch die Qualität des Bodens lässt sich nicht unbedingt mit bloßem Auge erkennen. Gerade sie ist jedoch sehr wichtig, denn viele Pflanzen – so auch die Brennnessel – ziehen Schadstoffe aus dem Boden. Daher ist es selbstverständlich am besten, wenn es erst gar keine Schadstoffe im Boden gibt. Doch erst eine Untersuchung im Labor gibt uns Gewissheit. Bei Produkten, die das europäische Biosiegel tragen, wird der Boden im Vorfeld untersucht. Besteht er den Test nicht, so ist es nicht gestattet, dort geerntete Rohstoffe als ›Bio‹ zu kennzeichnen.

Spitzwegerich

Der Saft seiner Blätter hilft hervorragend bei Brennnesselstichen.

Die Brennnessel gehört zur Familie der Nesselgewächse (Urticaceae) und zur Ordnung der Rosenartigen (Rosales), wie zum Beispiel auch Hopfen und Hanf. Die große Brennnessel kann eine Höhe von bis zu 2,5 m erreichen; vor allem Standort und Qualität der Nährstoffversorgung sind hierbei ausschlaggebend. Ihr Stängel ist grün-braun und vierkantig. Die dank des hohen Chlorophyllgehalts in der Regel tiefgrünen Blätter sind an der Oberseite beharrt. Sie werden bis zu 8 cm lang und sind an den Rändern stark gesägt.

Es gibt weibliche und männliche Pflanzen. Ihre radiärsymmetrischen BlĂĽten sind weiĂź und in Rispen angeordnet. Die weiblichen BlĂĽtenstände hängen, die männlichen stehen eher waagerecht ab. Aus dem Umstand, dass es sowohl weibliche als auch männliche Pflanzen gibt, erklärt sich der Pflanzenname – Urtica dioica L. Das Wort Urtica leitet sich vom lateinischen „urere“ (=brennen) ab. Dioica ist der lateinische Begriff fĂĽr zweihäusig.

Warum brennt die Brennnessel?

Jedes Lebewesen versucht, sich vor seinen Feinden zu schützen. Die Natur ist hierbei häufig äußerst kreativ und die Brennnessel besitzt zum Selbstschutz eben die sogenannten Brennhaare. Diese nadelartigen Haare finden sich auf allen grünen Pflanzenteilen. Lediglich junge Triebe und Blätter (März – Mai) besitzen noch keine Brennhaare. Die Zellen der Brennhaare enthalten neben Histamin, Serotonin und Spuren von Ameisen-, Butter- sowie Essigsäure hauptsächlich den Nesselgiftstoff Acetylcholin.

Schon bei der kleinsten Berührung brechen die Köpfchen der Haare ab und bohren sich zu Tausenden in die Haut. Dabei setzen sie die eben genannte Mixtur frei. Und schon beginnt unsere Haut zu brennen, ein roter Ausschlag bildet sich. Bei empfindlichen Menschen kann das Brennen viele Stunden andauern.

Übrigens: Die gefährlichste Brennnessel findet man in den Tropen (ja, auch dort gibt es Brennnesseln). Bei ihr ist Vorsicht geboten, denn die Nesselwirkung des Teufelsblattes (Urtica urentissima) kann jahrelang anhalten.

Was kann man gegen das Brennen tun?

Das einfachste Mittel gegen den Schmerz ist Kühlen. Entweder mit einem feuchten Tuch oder einem Kühlpack. Einfach vorsichtig auf die betroffene Stelle legen und ggf. wiederholen. Auch kühlende Cremes (z. B. auf Aloe Vera- oder Olivenöl-Basis) versprechen rasche Hilfe. 

Sehr effektive und lange bekannte Mittel gegen die Schmerzen durch Brennnesselstiche sind Spitzwegerich und Ampfer. Letzterer wächst häufig in der Nähe von Brennnesseln. Seine zerdrückten Blätter geben einen Saft frei, der die Schmerzen und Schwellungen lindert. Einfach vorsichtig auf die betroffenen Stellen reiben.

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